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Reiseführer Costa Blanca

Entdecken Sie die Costa Blanca!

Neun Monate Frühling und drei Monate Sommer

Tiefblau glänzen die Kuppeln der Kirche Nuestra Señora del Consuelo in der Sonne über dem weißen Häusergewirr der Altstadt von Altea. Heute ist es so windig, dass man auf den Tischen an der Uferpromenade von Altea die Servietten festhalten muss. Das Mittelmeer gischtet über die Kaimauer und salzt den frischen Thunfischsalat nach. Die Dattelpalmen biegen sich und schütteln ihre Wedel. Für Dezember ist dies Wetter trotzdem nicht zu verachten: Zum Frühstück saß man auf den Terrassen vor den Bars am Hafen von Moraira dicht gedrängt - im T-Shirt! An der Costa Blanca gibt es keinen Winter, dafür aber drei Monate Sommer und neun Monate Frühling. Wenn sich anderswo in Europa noch rote Nasen tief in die Mantelkrägen drücken, verzaubert hier bereits der Duft jener Blüten die Küste, die der nördlichen Fortsetzung der Costa Blanca, jenseits von Dénia, ihren arabischen Namen gaben: Costa del Azahar, »Orangenblütenküste«.

Doch auch rund um den Penyal d'Ifac, jenen markanten weißen Kreidefelsen von Calp an der eigentlichen »Weißen Küste«, die ihren Namen gleichermaßen dem Licht von jährlich über 300 Sonnentagen, den geweißten Häusern wie ihren Kalkfelsen verdankt, bleibt die Zitrusfrucht ein ständiger Begleiter. Das gilt bis hinab zur »Heißen Küste«, der Costa Cálida von Murcia, wo man bei einer Fahrt durch wüstengleiche Steppen kaum glauben mag, dass hier noch etwas wachsen kann. Am Fuß einer Burgruine labt man sich an einer frisch gepflückten Kaktusfeige und kommt ins Träumen. Schon lange bevor die Kirchenkuppeln von Elx und Altea in der Sonne glänzten, schwärmten arabische Dichter un ...
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Impressionen



Klima

Valencia, Spanien Klima

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchsttemperatur °C 15 16 19 20 23 27 30 30 27 23 19 16
Tiefsttemperatur °C 5 6 8 10 13 17 20 21 18 14 9 7
Luftfeuchtigkeit % 73 68 67 63 69 67 69 72 70 69 66 70
Sonnenstunden h 5 7 8 9 8 10 11 10 8 7 6 5
Regentage 8 9 8 10 11 8 5 5 7 9 8 9
Regenmengen mm 60 15 36 33 56 20 5 15 63 73 25 57
Wassertemperatur °C 14 14 14 15 17 22 25 26 26 23 19 16




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Angesagt

Angesagt!

Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten an der Costa Blanca

Angesagt

Feuer des Flamenco

Musik wird an der Costa Blanca bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Dabei zeigen sich selbst Techno-DJs so nationalbewusst, dass sie öfter mal eine Flamencoscheibe auflegen. Nach Ketama und Camela sind es in letzter Zeit die »Abgänger« der TV-Starschmiede Operación Triunfo, die mit Latino- und Flamenco-Sound die Hitparaden stürmen. Andalusiens Sinti-Schwestern Encarna und Antonia Salazar von Azúcar Moreno (brauner Zucker) mischen mit feurigem Flamencopop die Szene auf. Ins Ohr gehen auch die Rhythmen von Estopa, deren Ska- Einflüsse besonders die Kids lieben.

Ran an den Mann!

Die Costa Blanca lässt die Herzen von tanzversessenen Mädels höher schlagen: Fordert hier eine Dame das andere Geschlecht zum Tanz auf, wird sie sich kaum einen Korb holen. Dann kann es auf der Tanzfläche auch schon mal etwas heißer und enger zugehen, ohne dass sich frau dabei was denkt. Sich die Beine an der Bar in den Bauch zu stehen und wie deutsche Männer lediglich »Thekentanz« zu praktizieren, langweilt die Spanier nämlich zu Tode.

Jagd nach dem Kick

Lieblingssport der Spanier, nicht zuletzt dank des »Nationalheiligtums« Real Madrid: Fußball! Treffpunkte sind die öffentlichen Spielfelder, wo selbst bei größter Hitze dem Ball nachgestellt wird. Freizeitkicker können sich problemlos einer Beach-Mannschaft anschließen, die sich zur Abendstunde am Strand wie von selbst formiert.

Nabelschau

Die Damen an der Costa Blanca lieben es bauchfrei - egal, bei welcher Temperatur, egal, bei welcher Figur. Selbstbewusst wird unter dem knappen Top das neueste Bauchnabel-Piercing zur Schau gestellt. Ohne mit der Wimper zu zucken helfen die Spanierinnen ihrer natürlichen Schönheit auf die Sprünge. So geht kaum eine Dame ohne tätowierte Lidstriche und Lippenkonturen aus dem Haus, koste und schmerze es, was es wolle. Auch Körperbehaarung, egal wo, wird vorzugsweise mit Hilfe von Wachs gnadenlos ausgerottet.



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Ausflüge und Touren

Maurenfestungen und heiße Quellen

Ausflüge und Touren

In die Täler der Marina Alta

Diese Tour führt Sie ins Hinterland der Küste, zu alten Maurenfestungen, verträumten mittelalterlichen Dörfern und prähistorischen Felsmalereien. Strecke: Dénia, Vall de Gallinera, Vall de Ebo; ca. 100 km, etwa ein Tag.

Das Hinterland der Marina Alta zu entdecken, wo Landschaft, Dörfer und das tägliche Leben so anders sind als an der touristisch ausgerichteten Küste, macht im Frühling besonderen Spaß. Überhaupt ist der Frühling die schönste Zeit, sich in die Costa Blanca richtig zu verlieben. Sie starten von Dénia aus in bequemer Freizeitkleidung, da Sie teilweise auf Schusters Rappen unterwegs sein werden, in Richtung Ondara. Auf der N 332 fahren Sie in Richtung València bis El Verger, wo Sie nach Pego abbiegen. Hier lassen Sie sich etwas Zeit, die Altstadt zu erkunden, die ein interessantes Zeugnis mittelalterlicher Architektur bietet. Sehenswert sind u. a. die barocke Ecce- Homo-Kapelle, die Auferstehungskirche Iglesia Parroquial de la Asunción (16./17. Jh.) sowie das Kulturhaus mit Heimatmuseum und Museum für zeitgenössische Kunst (Mo-Sa 8-14, So 10-13 Uhr). Letzteres ist in einem Herrenhaus des 18. Jhs. untergebracht, in dessen Innenhof das Portal de la Sala, das einzige noch erhaltene Stadttor Pegos, steht. Über dem Dorf erhebt sich die Burg Castillo de Ambra, in der die Bevölkerung früher bei Gefahr Zuflucht suchte.

Nach weiteren 3,5 km auf der Landstraße CV 700 erreichen Sie L'Atzubia. Mittelpunkt des Dorfkerns im maurischen Stil ist die Plaza del Ayuntamiento (Rathausplatz) mit dem Brunnen Fuente Morisca, wo Sie sich mit Quellwasser aus den Bergen erfrischen können. Weiter geht es von L'Atzubia in Richtung des 2 km entfernten Forna. Vor Forna erhebt sich rechts auf einem sanften Hügel die im Alicantiner Hinterland am besten erhaltene Maurenfestung Castillo de Forna. Stellen Sie das Auto ab, und folgen Sie dem Fußweg. Schon nach fünf Minuten stehen Sie vor dem Burgtor. Burghof, Zisterne, Stallungen, Wehrgänge und Zimmer mit gemalten Schlachtenszenen an den Wänden erzählen von alten Zeiten. In Fornas schmalen, abschüssigen Gassen genießen Sie den weiten Blick in die Landschaft. Am Dorfplatz entdecken Sie eine Grotte, in der sich ein schon von den Römern benutzter Brunnen mit Quellwasser befindet. Zeit zum Mittagessen: An Restaurants mit traditioneller Hausmannskost fehlt es weder in Forna noch in L'Atzubia, Benirrama, Benialí, La Carroja, Alpatró oder Benissiva. Probieren Sie die Köstlichkeiten des Hinterlandes: blat picat (Eintopf mit grob gemahlenem Weizen), coques escaldades (Mehlfladen mit deftigem Belag) oder jabalí (Wildschwein). Ganz frische Kirschen (cerezas) als Dessert gibt es leider nur zur Erntezeit im Mai.

Die nächste Station ist das Tal Vall de Gallinera. Der Weg führt zurück auf die Hauptstraße. An der Einmündung in die CV 700 geht es in Richtung Vall de Gallinera, einem Tal mit acht Dörfchen. Alle haben jeweils einen eigenen Ortskern mit Kirche, Brunnen und alten Waschhäusern sowie helle Gässchen mit Blumen an Türen und Fenstern. Auf dem Weg von einem Dorf ins andere erspähen Sie in den Bergen auf der linken Seite die Sierra Foradada oder Foradá (die »Durchlöcherte«), so genannt wegen einer nicht zu übersehenden Felsöffnung. Halten Sie die Augen offen - überall blühen die schönsten Orchideen (bitte nicht pflücken!). Auf einen Streich können Sie zwei Burgen bewundern, die allerdings schwer zugänglich sind: Die Festung von Beniarrama schützte das Tal einst gegen Eindringlinge, die von Pego kamen, und die Burg von Benisili sicherte die Talmündung in Richtung Planes. 2 km hinter Benisili verlassen Sie die Hauptstraße und biegen links ab Richtung Alcalá de la Jovada, das Sie 5 km nach diesem Abzweig erreichen. 300 m hinter dem Ort sehen Sie links die Ruinen von L'Atzuvieta, einem Dorf, das seit der Vertreibung der Mauren 1611 verlassen liegt. Der Weg dorthin ist nicht ausgeschildert - biegen Sie in der etwas erhöht gelegenen Kurve links ab. Nur etwa 50 m weiter stoßen Sie auf den Schneebrunnen von Baix Nevara. In ihm wurde der hier einst reichlich fallende Schnee aufbewahrt und zu Eis gemacht.

Jetzt geht's weiter nach Vall de Ebo. Auf dem Weg dorthin kommen Sie nach 8 km zur Tropfsteinhöhle Cova del Rull, die über beeindruckende Stalaktiten und Stalagmiten verfügt. Wenn Sie weiterfahren, biegen Sie hinter der Brücke links nach Ebo ab, wo in der Dorfschule am Ortseingang das Heimatmuseum untergebracht ist. Gönnen Sie sich als kleine Nascherei das ortstypische Mandelgebäck ronyoses. Dann nehmen Sie Kurs auf Castell de Castells (nach 8 km erreichen Sie die CV 720, dort rechts und weitere 5,5 km). Auf halbem Wege, rund 10 km weiter, führt die Straße links durch den Barranc de Malafí zum Santuario del Plá de Petracos, von der Unesco zum Welterbe der Menschheit erklärt. Wenn Sie dem beschilderten Fußweg folgen, können Sie einzigartige prähistorische Felsmalereien bewundern. Weiter geht es durch Los Llanos de Petracos nach Castell de Castells. Dieses sehenswerte Dorf mit seinem bezaubernden alten Ortskern und der Pfarrkirche Santa Ana befindet sich genau dort, wo die Landkreise Marina Alta, Marina Baja und El Comtat aneinandergrenzen. Bevor Sie die Heimreise antreten (auf der CV 720 über Xaló), stärken Sie sich im Restaurante Rural Serrella (C/. Alcoy, 2, €). Möchten Sie am Ende dieses erlebnisreichen Tages lieber gleich an Ort und Stelle ins Bett fallen, können Sie das dort auch, da ein Hotel angegliedert ist (16 Zi., Tel. 965 51 81 38, €).

Thermalquellen im wüsten Murcia

Auf dieser Tour lernen Sie die wüstenähnliche Umgebung von Murcia und, als Kontrast, entspannende Thermalbäder kennen. Strecke: Fortuna, Archena, Mula, Alhama de Murcia; rund 120 km, 1-3 Tage

Wer nie im Sommer durch das Becken von Fortuna und weiter entlang dem Río Mula gefahren ist, kennt Murcia nicht. So genau lernt man die Region vielleicht auch lieber nicht kennen und durchfährt diese wüstenähnliche Landschaft besser im Frühjahr. Genießer nehmen sich drei Tage Zeit und verbringen sie in einladenden Thermalbadeorten.

Die kleine Variante der Fahrt (38 km) beginnt in Fortuna (6400 Ew.), das Sie von der A 7 zwischen Orihuela und Murcia von der Ausfahrt 83 aus ansteuern. Anfänglich verbirgt sich auf der Regionalstraße 3223 der Reiz dieses trockenen Landes noch hinter tristen Kiefernpflanzungen. Doch bald mäandert die Straße durch das charakteristische weiße Kalksteinbecken, in das Gewittergüsse im Lauf der Jahrtausende tiefe Furchen eingefräst haben. Am Fuß dieser weiß gerippten Fluchten zeichnen sich erste Palmen ab. Pfriem- und Hanfgras (albardín, esparto) sowie spärliches Buschwerk sprenkeln die weißen Ebenen zwischen den Abhängen. In Fortuna biegen Sie in westlicher Richtung nach Abanilla (6230 Ew.) ab und fahren weiter durch die Tierras Malas (»Schlechtes Land«), eine extrem karge Landschaft. Vom 1. bis zum 5. Mai feiert das Städtchen seine Fiestas de Moros y Cristianos.

Von Abanilla aus folgen Sie der Lokalstraße über El Partidor in Richtung Nordwesten nach Macisvenda. Die äußerst schmale und kurvenreiche Straße fordert eine sehr vorsichtige Fahrweise. Wenn im Frühjahr der Río Chicamo noch Wasser führt und sich, von Hanfgras und Palmen gesäumt, an kahlen Kalksteinformationen entlangschlängelt, wirkt der herbe Zauber dieser öden Landschaft, die Sie weiter über Barinas in westlicher Richtung und dann nach Süden auf der Ctra. 3223 zurück in Richtung Fortuna durchstreifen.

4 km vor Fortuna liegt das jüngst modernisierte Thermalbad Balneario de Fortuna, wo 53 Grad heiß die Mineralquellen aus dem Cerro de Santa María de los Baños hervortreten, angezeigt bei Atemwegerkrankungen und Rheuma sowie gut gegen simplen Stress. Bereits Römer und Araber schätzten diesen Ort, der im 19. Jh. im Jugendstil neu erschlossen wurde. Komfortable Quartiere bieten die Hotels Balneario (59 Zi., € - €€), Victoria (52 Zi., €€) und España (54 Zi., €); Reservierung für alle: Balneario de Fortuna, Tel. 968 68 50 11 und 902 44 44 10, Fax 968 68 50 87, www.leana.es

Die nächste Station ist das in Richtung Westen 18 km entfernte Archena (14 000 Ew.) in der grünen, vom Orangenanbau geprägten vega des Río Segura. Das Balneario de Archena ist die Perle von Murcias Thermalbädern. Im 19. Jh. im Mudéjar-Stil erneuert und seither auf hohem Niveau gehalten, besticht es durch die Atmosphäre seiner Badegalerien, seiner Gärten und seiner Hotels: Termas (70 Zi.; €€€), León (118 Zi., €) und Levante (70 Zi., €€); Reservierung für alle: Balneario de Archena, Tel. 902 33 32 22, Fax 968 68 80 11, www.balnearioarchena.com

Weiter geht die Fahrt nach Südosten über Ceutí, und kurz vor Alguazas (9 km) wählen Sie die landschaftlich sehr reizvolle Straße entlang dem Río Mula über Campos del Río und Albudeite, wo das alte Handwerk der Espartoflechterei noch gepflegt wird, in Richtung Mula (25 km). Die Straße folgt dem kurvigen Verlauf des Flusses, immer am Fuß karger Kalksteinhänge entlang. Baños de Mula markiert den Übergang zu einer fruchtbaren Niederung.

Das nächste Etappenziel ist Mula (13 700 Ew.). Über seiner prächtigen Altstadt hängt das Castillo de los Vélez aus dem 16. Jh. auf einem vorspringenden Felsen, eine der besterhaltenen Burgen der Region (Schlüssel im Rathaus). Das Museo El Cigarralejo (Palacio de los Marqueses de Menahermosa, Di-Sa 10.30-14, So 10.30-13 Uhr) birgt iberische Kunstschätze. Im Hotel Alcázar (20 Zi., Ctra. Pliego, Tel./Fax 968 66 06 76, €) können Sie nicht nur übernachten, sondern auch Ihren Hunger stillen. Oder Sie quartieren sich in der Hospederia Rural Molino de Felipe ein (3 Zi., Ribera de los Molinos, 321, Tel. 968 66 20 13 und 607 75 44 77, www.paralelo40.org/molinofelipe, €).

Bei Pedro Cervantes García (C/. Correos, 3) findet man Erzeugnisse der Espartoflechterei, Ar-Tex Muleña webt an alten Geräten wunderbare Teppiche.

In Bullas, im Tal Aceniche, sind der Palacio de los Melgares, die barocke Iglesia del Rosario und das »Viertel der populären Architektur« sehenswert. In Bullas wird jeden ersten So im Monat El Zacatín abgehalten, ein Markt für Handwerkserzeugnisse von alpargatas (Hanfschuhe) über Espartoflechterei, Baumwollweberei aus Coy und La Paca sowie Ton- und Töpferwaren bis hin zu Lebensmitteln aus der Region.

Für die Rückfahrt nach Murcia nehmen Sie in Mula die Ctra. 3315 in Richtung Alhama de Murcia (30 km südöstlich). Unterwegs lohnt sich ein Abstecher in die waldige Sierra de Espuña (nach 25 km der Ausschilderung für die Reserva Nacional folgen. Hier sind Schneebrunnen mit vollständig erhaltener Kuppel zu besichtigen, die seit dem 16. Jh. und bis ins 20. Jh. hinein die Region mit Kühleis versorgten.

In Alhama de Murcia (15 000 Ew.) sind Sie an den letzten Thermalquellen dieser Route angelangt. Sie sprudeln heute im Stadtpark La Cubana am Fuß der Burg. Hier töpfert Juan Romero Munuera phantasievolle Formen in Anlehnung an antike Amphoren (C/. El Ral, s/n). Zu besichtigen sind auch der Torre arabe, die Kirche Santa María aus dem 18. Jh. und die Einsiedelei Ermita de la Santa, die der Patronin Santa Eulalia gewidmet ist und besonders schöne Wandtäfelungen im Mudéjar-Stil sowie Fresken aus dem 17. Jh. zu bieten hat.

Im nahen Totana (21 386 Ew.) findet man handbemalte Azulejos bei Lario Carillo (N 340, La Costera) sowie eine Vielzahl weiterer Keramikwerkstätten und -fabriken mit großer Auswahl.



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Bloß nicht

Bloß nicht!

Worauf man achten sollte, um sich nicht zu ärgern oder zu blamieren

Bloß nicht

Getrennt bezahlen

Getrennt abzurechnen ist im Restaurant unüblich. Wer dennoch darauf besteht, bringt den Ober in Verlegenheit. Wer sich von seinen Begleitern nicht einladen lassen will oder diese nicht einladen möchte, besteht auf einem fondo: einer gemeinsamen Kasse, aus der alles zusammen bezahlt wird.

Parkwächter verprellen

Eine Verdienstquelle für viele Arbeitslose ist es, etwa an Stränden Fahrzeuge einzuweisen. Für 50 Cent kann man davon ausgehen, dass der Parkwächter tatsächlich über das Auto wacht.

Zigaretten aus dem Auto werfen

Fahrlässiger Umgang mit Feuer wird nach dem spanischen Strafrecht mit satten Geldbußen geahndet. Wer vorsätzlich oder fahrlässig einen Waldbrand auslöst und dabei Menschenleben gefährdet, dem drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Rubbeln

Sie treten seriös auf, sind freundlich, sprechen Englisch, Französisch, Deutsch und sogar Russisch. Sie reichen einem ganz unverbindlich ein Kärtchen, man rubbelt - und schon ist man glücklicher Gewinner. Man folgt dem jungen Mann oder der jungen Frau, um seinen Gewinn in Augenschein zu nehmen, und wird jetzt eindringlich von den Vorteilen des time-sharing unterrichtet. Abwinken, weitergehen und nichts unterschreiben!

Bei der Reifenpanne zu sorglos sein

Schon an den Mautstationen in Frankreich mehren sich Reifenpannen bei Reisenden, die auf dem Weg nach Spanien sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit stellt man später fest, dass ein Messerstich die Panne bewirkt hat.Wer »Glück« hat, wurde von Helfershelfern eines Abschleppdienstes angepiekst, der nicht selten »einsatzbereit« hinter seinem Opfer herfährt, um zu kassieren. Misstrauen ist geboten, wenn jemand seine Hilfe beim Reifenwechsel anbietet. Denn um an den Reservereifen zu gelangen, muss meist der Kofferraum geöffnet werden. Das nutzen die Trickdiebe, um Gepäckstücke an sich zu bringen. Immer sollten geparkte Autos erkennbar frei von Wertgegenständen sein.

Schlüssel stecken lassen

Nie sollte man etwa beim Tanken den Autoschlüssel stecken lassen. Einige »Teams« haben sich darauf spezialisiert, Autos genau in diesem Augenblick zu entwenden. Leider ist das Auto auch dann nicht sicher, wenn der Beifahrer im Auto bleibt: Der wird zum Aussteigen gezwungen.



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Einkaufen

Für die Seide kam jede Hilfe zu spät

Dank einer 3000-jährigen Tradition braucht man an der Costa Blanca keinen Ramsch zu kaufen

Dass Touristen nur Ramsch kaufen und durch diese Nachfrage zum Niedergang regionaler Eigenheiten beitragen, trifft auf die Costa Blanca nicht zu. In Coy und La Paca etwa werden bis heute und in großem Maßstab jarapas hergestellt, weil Touristen diese traditionellen farbenfrohen Webteppiche aus Baumwolle heiß begehren. Vielleicht kamen sie zwei Jahrzehnte zu spät, die engagierten residentes aus Nordeuropa ebenso wie Aussteiger aus Spanien mit Begeisterung für lokale Traditionen: Die Seidenindustrie von Murcia und València ist heute ausgestorben. Doch das Schicksal der Seidenraupe ist eher eine Ausnahme. In vielen Orten hat nicht zuletzt das Engagement von »Zugereisten« zum Erhalt alter Bräuche beigetragen. In Agost unterstützt eine deutsche Bewohnerin die Töpfer mit einem Museum darin, überlieferte Methoden zu pflegen.

Oft haben örtliche fiestas kunsthandwerkliche Fertigkeiten am Leben erhalten. So werden in Agost traditionelle Tonpfeifen gebrannt, weil damit am Ostersonntag in Alcoi lärmend die Auferstehung Christi gefeiert wird. Weil man für die Fiestas de Moros y Cristianos Pulvergewehre braucht, stellt man in Alcoi auch Donnerbüchsen her. Ein durch und durch arabisches Erbe ist die Zuckerbäckerei. Kurioserweise sind es oft Schwesternorden wie in Orihuela, bei denen man die süßesten Genüsse wie etwa pella und polvorón erstehen kann. Das klassische Weihnachtsgebäck turrón hat seine Hochburg in Jijona. Alpargatas für die Füße und anderes Flechtwerk aus Espartogras werden besonders im murcianischen Ceheguín gefertigt. Flechtwerk aus gebleichten Palmwedeln sollte man nur in Elx (Elche) kaufen, Seidenstickerei in Lorca und Caravaca de la Cruz. Zentren für Kunsthandwerk bieten vielerorts ausgesuchte Produkte aus heimischer Produktion. Wunderbare Korbwaren bekommt man in Gata de Gorgos. Versäumen Sie nicht, die lohnenswerten Trödelmärkte (rastros) zu besuchen. Stöbern Sie nach Antiquitäten! Die schönsten rastros finden wöchentlich in Benidorm (So), Benissa (Mo), Calp (Mi), Dénia (Fr), Guardamar (So), Xaló (Sa) und Teulada (So) statt.



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Essen und Trinken

Meer und Land in einer Reispfanne

Die Paella ist ein Ritual valencianischer Lebensart

Bei Spanien, insbesondere bei València, denkt so mancher zuallererst an Paella. Und wundert sich dann, wenn er sie in Alacant nicht auf der Speisekarte findet. Denn die Paella heißt hier schlicht arroz (Reis), wird jedoch genauso in der paellera zubereitet, der traditionellen Reispfanne, mit Olivenöl und dem Saft der Zutaten von Gemüse über Fisch und Meeresfrüchte bis hin zu Geflügel, Fleisch und Wild. Meer und Land verschmelzen zu einem Armeleuteessen, das längst in die hohe Küche Eingang gefunden hat. Bei den fallas von València schmurgeln Paellas an vielen Straßenecken, und bei den fiestas ist es der ganze Stolz des Dorfes, was da in der riesengroßen Reispfanne gart. Im Hinterland kocht der Reis nicht in der paellera, sondern in der olla de barro, einem flachen Tontopf. Außer frischem Gemüse kommen auch Linsen (lentejas), Bohnen (judías) und andere Hülsenfrüchte in die olla.

Probieren Sie in Alacant arroz caldoset mit feinem Speisefisch en su punto, auf den Punkt gegart. Guter arroz lässt mindestens vierzig Minuten auf sich warten. Denn so lange dauert es, wenn Reis und Zutaten gemeinsam zubereitet werden. Wird der Reis pechschwarz serviert, ist er dem Koch nicht etwa angebrannt. Dann handelt es sich um arroz negre, bei dem der schwarze Farbstoff von chipirones oder calamares, zwei Tintenfischarten, mitverarbeitet wurde.

Wer in Spanien auf gutes Essen aus ist, fährt am besten, wenn er folgender Grundregel folgt: Auf die Spanier ist beim Essengehen Verlass. Bevorzugen Sie deshalb Restaurants, in denen Einheimische essen, und essen Sie dann, wenn sie essen, und das, was sie essen oder was der Ober und die Tageskarte empfehlen.

An der Costa Blanca isst man siebenmal am Tag. Nach einem kleinen Frühstück mit café und bollo (süßes Teilchen) schlägt gegen 11 Uhr die Stunde eines vorgezogenen almuerzo. Wie die Spanier nach einem Bier oder Wein am Vormittag den Tag überstehen, weiß niemand so genau. Sicher spielt die tapa eine wichtige Rolle. Der kleine Happen zum Gläschen ist längst eine eigene gastronomische Sparte voller Köstlichkeiten der mediterranen Küche. Wen caña (ein Glas Bier) oder copa de vino zum zweiten Frühstück überfordern, der wartet bis zur dritten Mahlzeit, dem aperitivo kurz vor dem Mittagessen. Den Appetit anzuregen, ohne ihn zu verlieren, ist jetzt die hohe Kunst.

Die comida, also das Mittagessen gegen 14 Uhr, kann man im Stehen bei einer Tapa-Tour zu sich nehmen, oder sitzend als klassischen almuerzo. Eine Mischform von beidem ist der picoteo: An Stelle von ganzen Gerichten bestellt man tapas und raciones für alle, um dann mit spitzen Fingern oder Gabeln von allem zu naschen. Die comida zieht sich zwei Stunden hin, wenn man eine gemütliche sobremesa - Beisammensitzen beim café - der siesta vorzieht, dem sprichwörtlichen Mittagsschläfchen. Wo Spanier zu Mittag essen, wird meist ein Menü angeboten. Schon ab 8 Euro bekommt man Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch oder café mit Hauswein und Brot inklusive, und man hat dabei die freie Wahl zwischen mehreren Angeboten.

Eine besondere Station des Tages ist die merienda am Nachmittag. Zum Kaffee kitzelt süßes Naschwerk den Gaumen, wie zur Weihnachtszeit die turrones, ein köstliches Mandel- Nougat-Gebäck. Wenn's heiß ist, ist horchata ein ideales merienda- Getränk. Dieses aus Erdmandeln (chufas) hergestellte Labsal muss kalt getrunken werden, dann entfaltet es bei leicht sandiger Konsistenz sein Aroma. Ob man sich zur cena gegen 22 Uhr hinsetzt oder sein Abendessen in bester Tapa-Tradition stehenden Fußes zu sich nimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Für Mägen, die vor dem Schlafengehen knurren, haben die Valencianos den resopón erfunden: noch mal zu Abend essen.

Im chiringuito, der Strandbar, stärkt man sich, wenn der Hunger am Strand auftritt. Hier sind gegrillte Sardinen oder Meeresfrüchte angesagt. An der Costa Blanca bringt man die köstlichsten Krustentiere auf das plancha-Blech: langostinos, cigalas, langostas und in besseren Restaurants gambas aus Dénia, die trotz ihres Preises zur Sucht werden können, ebenso wie die seltenen langostinos aus dem Mar Menor.

Während in Nordspanien hervorragendes Rindfleisch produziert wird, kaut sich das aus der Region etwas schwer. Wurstwaren sind mit Kräutern aus den Sierras herrlich gewürzt, etwa die körnige Streichwurst sobrasada, ferner longanizas und morcillas. Bei quesos, der Käseauswahl, greift man zu Schafskäse aus der Mancha oder zu cabrales aus Asturien, der unglaublich aromatisch ist und mit Schärfe den Gaumen erobert. Wirklich guter Schinken (jamón) kommt aus Andalusien und aus der Extremadura. Jamón serrano heißt alles, was gepökelt wurde. Hinter der Bezeichnung jamón ibérico verbirgt sich luftgetrockneter Schinken von »iberischen« Schweinen.

Auf über 120 000 Hektar wird in der Region Wein angebaut, mit insgesamt sechs Herkunftsbezeichnungen (D. O., denominación de origen). Die jungen, frisch-fruchtigen Weißweine aus der D. O. València schmecken ausgezeichnet zu Meeresgetier, die vollsüßen moscatels zum Dessert. Inzwischen lässt man zunehmend rote tintos in Eichenfässern reifen. Auf die dunkle, ausgewogene Monastrelltraube setzt man im murcianischen Jumilla, wo im August ein viel besuchtes Weinfest gefeiert wird, ebenso wie in Yecla und in Bullas, wo neben Roséwein zunehmend bessere Rotweine abgefüllt werden.



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Feste und Events

Feste, Events und mehr

Mit der den Spaniern eigenen Freude am Feiern begehen sie ihre Fiestas

Egal, ob es die zu Volksfesten gewordenen romerías oder die prächtigen Fiestas de Moros y Cristianos, die zur Erinnerung an die Reconquista das ganze Jahr über immer gerade irgendwo stattfinden, die fallas oder die hogueras sind: Gefeiert wird ausgiebig, und Böllerschüsse und Feuerwerk fehlen dabei nie - ebensowenig wie die öffentlich zubereitete Riesen-Paella und ausreichend Wein.

Offizielle Feiertage

1. Jan.:

Año Nuevo, Neujahr

6. Jan.:

Epifanía del Señor, Erscheinungsfest

19. März:

San José, Josephstag (nur in València)

März/April:

Jueves Santo, Gründonnerstag (nur in Murcia), Viernes Santo, Karfreitag, Lunes de Pascua, Ostermontag (nur in València)

1. Mai:

Día del Trabajo, Tag der Arbeit

Mai/Juni:

Corpus Christi, Fronleichnam (gefeiert am darauf folgenden So)

9. Juni:

Día de la Región de Murcia

15. Aug.:

Asunción de la Virgen, Mariä Himmelfahrt

9. Okt.:

Día de la Comunidad Valenciana

12. Okt.:

Día de la Hispanidad, Tag der Entdeckung Amerikas

1. Nov.:

Todos los Santos, Allerheiligen

6. Dez.:

Día de la Constitución Española, Verfassungstag

8. Dez.:

Inmaculada Concepción, Mariä Empfängnis

25. Dez.:

Navidad, Weihnachten

Feste und Veranstaltungen

Januar

Hoch zu Ross, in den Hafenstädten per Boot kommen die Hl. Drei Könige.

Februar

Fiesta de Moros y Cristianos am 1. in Sax, am 2.Wochenende in Jijona. Am letzten Fr vor der Fastenzeit beginnen die carnestolte, der Karneval; Hochburgen: Alacant, Benidorm, Torrevieja.

März

Am 12. werden in València, Benidorm, Dénia, Calp, Pego und Gandia fallas (satirische Riesen aus Holz und Pappe) aufgestellt und am 19. (Josephstag) verbrannt.

März/April

In Mula ist die Nacht auf Mittwoch in der Karwoche die Noche de los tambores. Schweigend und oftmals barfuß begleitet man in Elx, Benidorm, Alacant, València und Murcia die Prozessionen zum Gründonnerstag.

April

Vom 21. bis 24. feiert Alcoi seine Fiesta de Moros y Cristianos, vom 22. bis 25. Bañares.

Mai

Caravaca de la Cruz feiert (1.-3.) mit geschmückten Pferden Los Caballos del Vino.

Juni

Johannisfeuer in der Nacht zum 24. an den Stränden von València, Benidorm, Calp. In Alacant brennen horgueras, Figuren aus Holz und Pappe.

Juli

In Dénia fiestas mayores. Beim Bous a la Mar gehen Jungstiere und Verfolger baden. Am 16. in Benidorm Schiffsprozessionen zu Ehren der Virgen del Carmen, der Schutzpatronin der Fischer.

August

Fiesta mayor in Elx; den Abschluss bildet am 15. das mittelalterliche Misteri d'Elx. Zweite Monatshälfte Fiesta de Ika Vendimia (Weinfest) in Jumilla. Junge Leute aus aller Welt pilgern an einem Wochenende zum Rockfestival in Benicàssim (www.festival-benicassim.org). In València treffen sich junge Computerfreaks zur Campus Party (www.campus-party.org). Letztes Wochenende Tomatita in Buñol, eine gigantische Tomatenschlacht.

Oktober

Am ersten Wochenende fiestas zu Ehren der Virgen del Rosario in Guardamar, Torrevieja und Petrer.

Dezember

Onil feiert Heiligabend mit Fackeln und Feuer bei der Rodà de Fachos. »Aprilscherze« macht man am 28., Día de los Santos Inocentes, dem Tag der unschuldigen Kinder. An Heiligabend Volkstänze in den Straßen.



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Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Costa Blanca-Reise

Anreise

Auto

Von Deutschland, Österreich und der Schweiz her sollte man mindestens eine Übernachtung einplanen. Die Autopista A 7 entlang der Levanteküste ist bis Murcia durchweg gut ausgebaut; von der deutschfranzösischen Grenze bis Alacant sind für einen PKW knapp 100 Euro Maut zu entrichten. Ab San Juan in Richtung Murcia geht es gebührenfrei weiter. Wenn Sie Zeit haben, benutzen Sie die Küstenstraße, da die Mautgebühren unverschämt hoch sind. So kostet z. B. die Fahrt von Silla (València) bis San Juan de Alicante 12 Euro. Zu Beginn der Saison, spätestens zu Ostern, werden die Preise regelmäßig erhöht!

Autoreisezug

Die lange Anfahrt bis zur spanischen Grenze überbrückt der Autoreisezug, der zeitweise mehrmals wöchentlich zwischen neun deutschen Städten und dem französischen Narbonne verkehrt. Einfache Fahrt ab Frankfurt/M. für das Auto je nach Saison 196-325 Euro; pro Person 82-150 Euro (Liegewagen).

Bahn

Täglich gibt es aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Bahnverbindungen, zunächst nach Barcelona; die Fahrt von München dorthin (über Zürich/Genf) dauert rund 21 Std. Der Hochgeschwindigkeitszug »Euromed« braucht von Barcelona nach València knapp 3, nach Alacant 4 1/2 Std. Fahrpreis: 43 Euro. Für den gleichen Preis (2. Klasse) fährt man in knapp 7 Std. von Barcelona nach Murcia. Diese Art der Anreise ist jedoch nicht nur zeitaufwändig, sondern kann auch teuer kommen, denn auf dieser Strecke fahren gerne Diebe mit.

Bus

Mehrere Busunternehmer fahren mehrmals wöchentlich von Deutschland und der Schweiz nach Spanien. Hin- und Rückfahrt ab 180 Euro, zuzüglich Ortszuschlag, inklusive Frühstück.

Flugzeug

Charterfluggesellschaften wie Air Berlin, Condor, Hapag Lloyd und Aerolloyd fliegen Alacant und Murcia das ganze Jahr über an, LTU von Düsseldorf aus sogar täglich; günstigste Preise für Hin- und Rückflug in der Nebensaison um 200 Euro. Wer auf last minute setzt, kann für 100 Euro von Frankfurt/M. aus direkt in Alacant landen. Tägliche Linienflüge nach València und Alacant von der Schweiz aus bietet Swiss.

Appartements und Ferienwohnungen

Altretur vermittelt eine Vielzahl von casas rurales in der Provinz Castellón und in der Sierra de Gúdar/Teruel (Pl. Real, 10, 12001 Castellón, Tel. 964 25 60 52, Fax 964 25 56 75, www.altretur.com). Für den Rest der Comunitat Valenciana ist zuständig Agrotur (Pl. Ayuntamiento, 29, 3°, izq., 46002 València, Tel. 963 94 23 02). Weitere Vermittler oder Ketten, die interessante Angebote zum Urlaub auf dem Land oder stilvolle Hotels bereithalten, sind: www.agrotur.org, www.rusticae.es, www.noratur.com und www.paralelo40.org.

Auskunft

Spanisches Fremdenverkehrsamt

- Kurfürstendamm 63, 5. OG, 10707 Berlin, Tel. 030/882 65 43, Fax 882 66 61

- Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Tel. 0211/680 39 81, Fax 680 39 85

- Myliusstraße 14, 60325 Frankfurt am Main, Tel. 069/72 50 38, Fax 72 53 13

- Schubertstr. 10, 80336 München, Tel. 089/530 74 60, Fax 532 86 80

- Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01/512 95 80, Fax 512 95 81

- Seefeldstrasse 19, 8008 Zürich, Tel. 01/252 79 30, Fax 252 62 04

Auto

Wie in allen Ferienregionen ist das Auto ein begehrtes Objekt von Dieben. Wertsachen sollten nie sichtbar, besser gar nicht im Auto bleiben. Mitgeführt werden müssen Führerschein und Fahrzeugschein. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen (autopista) 120 km/h, auf autovías 100 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, innerorts 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Banken und Kreditkarten

Banken sind Mo-Fr 9-14 Uhr geöffnet, in Einkaufszentren, Ferienorten und an Flughäfen öffnen Sparkassen (cajas de ahorro) vereinzelt auch nachmittags und an Wochenenden. Geldautomaten (cajeros automáticos) gibt es im Überfluss. Die gängigen Kreditkarten werden von fast allen Restaurants, Hotels, Geschäften und Autovermietern akzeptiert.

Camping

Offiziell sind Spaniens Campingplätze in vier Kategorien von L wie »Luxus»über 1 bis 3 (untere Kategorie) eingeteilt. Wildes Campen ist nicht erlaubt und auch gefährlich, wenn man dazu Betten trockener Flüsse auswählt. Gewittergüsse an der Levanteküste sind nicht zu unterschätzen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Honorarkonsulate

- Pl. Calvo Sotelo, 1-2, 5°, 03001 Alacant, Tel. 965 21 70 60, Fax 965 21 52 34

- Avda. Marqués de Sotelo, 3, 6°, 13 C, 46002 València, Tel. 963 10 63 53, Fax 963 94 23 88

Österreichisches Konsulat

C/. Convento Santa Clara, 10, 2/3°, 46002 València, Tel. 963 52 22 12, Fax 963 51 12 20

Schweizerisches Konsulat

Cronista Carreres, 9, 7°, izq., 46003 València, Tel./Fax 963 51 88 16

Ein- und Ausreise

Für EU-Bürger genügt der Personalausweis oder der Reisepass, für Kinder ein Kinderausweis oder der Eintrag im Reisepass der Eltern. Grenzkontrollen für EU-Bürger gibt es nicht mehr.

FKK

»Oben ohne« ist an vielen Stränden üblich und wird überall geduldet. Die Freiheit, ganz hüllenlos zu baden, nehmen sich viele Spanier und Urlauber an abgelegenen Stränden. Ausgewiesene Nudistenstrände gibt es bei València (Playa de Pinedo, in Richtung El Saler), Cullera (beim Leuchtturm), Alacant (Playa del Saladar und beim Cap de Huertas), beim Cap de Santa Pola (Playa de Carabasí), beim Cap de la Nao (Playa de Ambolo) und bei Dénia (Playa de las Rotas). Ein Nudistenzentrum in der Region Murcia ist der Campingplatz El Portús bei Cartagena.

Gesundheit

Private und öffentliche Krankenkassen bieten EU-Bürgern auch in Spanien Versicherungsschutz. Ohne Auslandskrankenschein E-111 muss man jedoch in Vorleistung treten. Notfälle werden in urgencias behandelt, der Notaufnahme von Krankenhäusern und Gesundheitszentren (centros de salud). Deutschsprachige Ärzte findet man in der deutschen Lokalpresse. Apotheken (farmacias) sind durch ein grünes Kreuz gekennzeichnet. Notdienstapotheken stehen in der Lokalpresse.

Internet

Was das Internet samt der dazugehörigen Cafés angeht, war die Costa Blanca lange Entwicklungsland - jetzt ist sie voll im Kommen. Interessante Websites:

www.comunidad-valenciana.com

www.costablanca.org

www.turisvalencia.es

www.spain.info

www.carm.es

Internetcafés

Cyber Café La Red, Dénia

Keine Spiele, dementsprechend ruhiges Ambiente, gute Bar, guter Kaffee und wechselnde Ausstellungen rund um die Internetterminals. C/. Colón, 32, Tel. 966 42 61 83, laredinternet@terra.com

Highspeed Internet Center Calp

Deutschsprachige Software inklusive Officepaket. Eine Std. 2,40, 10 Std. 24 Euro. Hier können Sie auch eine Digitalkamera leihen und die Fotos ausdrucken. C/. Navio, Edif. Navio, Local N. 7, www.iccalpe.com

Jugendherbergen

Informationen: Red Española de Albergues Juveniles (C/. Ortega y Gasset, 71, 28006 Madrid, Tel. 913 47 77 00, www.reaj.com).

Mietwagen

Die internationalen Firmen sind in allen Ferienzentren, an Flughäfen und Bahnhöfen vertreten. Ab 40 Euro pro Tag (160 Euro/Woche); dazu kommen Mehrwertsteuer, Vollkaskoversicherung und manchmal auch Kilometergeld. Es lohnt, nach Angeboten für Wochenenden zu fragen. In der Lokalpresse findet man auch kleinere Autovermieter. Angebote für Autovermietungen finden Sie unter www.marcopolo.de.

Notruf

In den Regionen València und Murcia funktioniert bereits die Notrufnummer 112 für Krankenwagen (ambulancias), Polizei (policía) und Feuerwehr (bomberos). Sonst: Feuerwehr 085, Polizei 062 (Guardia Civil) und 091 (Policía Nacional).

Öffentliche Verkehrsmittel

València hat ein ausgezeichnetes Netz von U- und Regionalbahnen. In den übrigen Städten gibt es Busse. Zwischen Benidorm und Gata de Gorgos verkehrt der Ausflugszug Limón Express (C/. Estación, 2, Benidorm, Tel. 966 80 31 03), zwischen Alacant und Dénia der Wanderzug El Trenet Senderista (Tel. 965 87 85 15, Abfahrt Di-Sa 9.40 Uhr). Außerdem fahren Linienbusse in jeden Winkel der Küste und des Hinterlandes. Taxis sind relativ preiswert. Eigens für Nachtschwärmer verkehrt zwischen Altea und Alacant der »Partyzug« El Trensnochador mit Halt bei den Hot Spots der Küste (Tel. 965 26 27 31).

Öffnungszeiten

Der Einzelhandel öffnet meist von 9 oder 10 bis 14 und von 17 bis 20, Sa bis 14 Uhr. Jeden ersten Sonntag im Monat kann von den Städten die Öffnung der Geschäfte gestattet werden. Einkaufszentren, Kaufhäuser und zahlreiche Geschäfte in den Urlaubsorten machen keine Mittagspause.

Post

Die staatliche Postgesellschaft Correos hat einen schlechten Ruf. Ein Brief bis 20 g wie auch eine Postkarte kostet 26 Cent innerhalb Spaniens, 51 Cent ins europäische Ausland. Eilpost (urgente) bis 20 g: innerhalb Spaniens 1,85, ins europäische Ausland 2,30 Euro. Briefmarken (sellos) verkaufen Postämter und Tabakgeschäfte (estancos). Auskunft: www.correos.es

Reisezeit und Wetter

An der Levanteküste ist das ganze Jahr über Reisezeit, wobei das Hinterland im Sommer heiß ist. In hochgelegenen Gebieten kann im Winter kurzfristig Schnee fallen. Besonders in Murcia ist auch im Winter kaum mit Niederschlägen zu rechnen. Hauptsaison sind die fallas-Zeit im März, die Karwoche sowie Juli und August.

Sprache

Spanischkurse

Adressen privater und Universitäts-Sprachschulen der Region hält die Oficina Dise bereit (C/. Menéndez Pelayo, s/n, Aulario III, 46010 València, Tel. 963 86 40 40, Fax 963 60 30 47, www.uv.es/dise).

Strom

220 Volt sind normal, ebenso die in Mitteleuropa üblichen Steckdosen.

Telefon

Für einen Anruf ins Ausland wählt man 00 als Auslandsvorwahl, 49 für Deutschland (bzw. 41 für die Schweiz, 43 für Österreich), dann die Ortsvorwahl ohne die Null plus die Rufnummer. Vorwahl für Spanien ist 0034. In Spanien gibt es keine Ortsvorwahl mehr; auch bei Ortsgesprächen muss immer die vollständige Nummer gewählt werden. Münz- und Kartentelefone gibt es genügend, Telefonkarten (tarjetas) erhält man in Tabakgeschäften.

Ihr deutsches Handy kommt Sie, falls Sie das Roaming freigeschaltet haben, an der Costa Blanca teuer zu stehen: Auch wenn die Daheimgebliebenen anrufen, dürfen Sie kräftig zahlen, und zwar schon dafür, dass man überhaupt nur versucht hat, Sie anzuwählen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Mailbox deaktivieren. Ihre eigenen Anrufe werden auch dann als Auslandsverbindungen abgerechnet, wenn sich ihre deutschen Mobilfunkpartner in Spanien in derselben Wohnung aufhalten.

Wenn Sie mobil regen Kontakt zu Deutschland halten wollen, lohnt sich der Kauf einer Prepaid-Karte, z. B. von Vodaphone, die sie gegen Ihre SIM-Karte austauschen (Mailbox per #21#ok deaktivieren). Sollte noch ein Restguthaben überbleiben: bis zum nächsten Urlaub aufheben (Verfallsdatum erfragen!) oder einen frisch Angekommenen damit beglücken.

Trinkgeld

Der Obolus ist zwar nicht Pflicht, wohl aber üblich. Man wartet das Wechselgeld in Bars und Restaurants grundsätzlich ab, das zumeist auf einem Tellerchen gebracht wird. Hier lässt man liegen, was man für angemessen hält: 10 Prozent gelten als gutes Trinkgeld.

Zeitungen und Medien

Internationale Zeitungen erhält man in Städten und Ferienorten meist am Erscheinungstag. Deutschsprachige Zeitungen: »Costa Blanca Nachrichten«, »Costa Blanca Zeitung«.

Zoll

Für EU-Bürger sind nicht für den Handel bestimmte Waren zollfrei. Bei Zigaretten ist die Obergrenze 800 Stück, bei Wein 90 l. In die Schweiz dürfen maximal 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak mitgenommen werden; bei Wein beträgt das Maximum 2 l, bei Schnaps 1 l.



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Stichworte

Zufallsblüten und Krokusnarben

Wissenswertes über einen Landstrich, wo Wassermangel und Waldbrände notorisch sind

Stichworte

Autonomie

Autonome Regionen (comunidades autónomas) sind in Spanien, was den Deutschen ihre Bundesländer sind. Siebzehn an der Zahl, legen sie Wert auf die Wahrung ihrer jeweiligen Identität und sind ein wichtiger Pfeiler des politischen Systems, das in der transición, dem Übergang von der Diktatur Francisco Francos zur Demokratie, geschaffen wurde. Bereits vor Bürgerkrieg und Diktatur verfügten Katalonien und das Baskenland in der Zweiten Republik mit Autonomiestatuten über weitgehende Eigenständigkeit. An diese Tradition knüpfte das neue, demokratische Spanien 1977 an.

Azahar

Das spanische Wort für »Orangenblüte« stammt vom arabischen zahr (zahar) für »Blüte«. Die Blüte des Orangenbaums gilt als Symbol der Reinheit. Deshalb tragen spanische Frauen azahares in ihrem Hochzeitsstrauß, in die Haartracht oder ans Kleid gesteckt. Doch nicht nur deshalb: Weil auf arabischen Würfeln die Orangenblüte den höchsten Wert symbolisierte, steht sie seither stellvertretend für das Glück. Das spanische Wort für »Zufall«, azar, wurzelt daher ebenfalls im arabischen Wort für »Blüte«.

Bacalao

Der Blick ins Wörterbuch lockt auf eine falsche Fährte. Gewiss meint bacalao zunächst den Kabeljau: getrocknet und gepökelt Grundlage für viele Gerichte. Verbreiteter aber ist das Wort längst als Bezeichnung für den Technosound. Sich auf die ruta del bacalao zu begeben heißt: durch die Diskos ziehen, sich im Technomeer wie ein Fisch im Wasser fühlen, einförmig, aber glücklich wie ein Kabeljau im Schwarm.

Casas rurales

Als Alternative zum Strandtourismus fördern die Regionen zunehmend den Tourismus im Hinterland. So entstanden zahlreiche zauberhafte casas rurales, ländliche Häuser für Ausflüge ins Hinterland oder für den Aufenthalt dort. Auf einige solcher kleiner Hotels oder Ferienhäuser, die auch Freizeitsport anbieten, wird bei den Orten hingewiesen. Im Kapitel »Praktische Hinweise« finden sich Adressen für Auswahl und Reservierung.

Ferias, fiestas

Estar de fiesta bedeutet mehr als nur »ein Fest feiern«. Es ist ein Zustand des Ausgelassenseins, in den die Bewohner sich und ihr Dorf oder ihre Stadt versetzen, besonders zur fiesta mayor, der Hauptfeierlichkeit zu Ehren des oder der Schutzheiligen. Oft ist mit der fiesta eine feria verbunden - eine Kirmes, die auch Kindern Spaß macht.

Flamenco

Wer bei Flamenco nur an Sevilla denkt, denkt falsch. Die »Prinzessin« von Andalusiens Städten hat die sevillana berühmt gemacht, die weltweit als Synonym für Flamenco missverstanden wird. Das soll die Freude an dieser temperamentvollen Folklore nicht verderben, die auch an der Costa Blanca geboten wird. Flamenco ist zuallererst Gesang, cante, im Verein mit toque (Instrumentalmusik, meist der Gitarre) und baile, dem Tanz, der durch das Stampfen (zapateo) ebenfalls musikalisch eingesetzt wird. Aus dem cante hört auch das ungeübte Ohr einen Teil seiner Wurzeln heraus: gregorianischen Gesang, byzantinische, jüdische und arabische Musik. Aus diesen Quellen speiste sich der Flamenco, der mit dem Jazz in Verbindung gebracht wird, mit dem er eine vertrackte Rhythmik und die Improvisation teilt. Ebenso wie der Blues von den Schwarzen in den USA wurde der Flamenco von einer lange unterdrückten Minderheit entwickelt: den gitanos, dem spanischen Zweig des Zigeunervolks, die unter der Inquisition die musikalischen Traditionen der maurischen Herrschaft in Spanien weiterführten. Eine charakteristische Form des Flamenco ist der cante jondo, klagend und melancholisch. Aus den Bergwerken Murcias stammt die regionale Form des cante de las minas, dem ein interessantes Festival gewidmet ist.

Moros

Ähnlich wie die muslimischen Eroberer Spaniens das Land jenseits der Meerenge von Gibraltar Al-Andalus, »Land der Wandalen«, nannten, weil dieses Volk von dort im 5. Jh. nach Afrika übergesetzt war, wurde in Spanien von jeher jeder, der aus Afrika herüberkam, als moro abgestempelt, als »Maure«. Im Deutschen hat es sich eingebürgert, die unter islamischer Herrschaft in Spanien entstandene Kultur als »maurisch« zu bezeichnen. Dabei machten die arabisch-berberischen »Mauren« nur einen Teil der islamischen Völker aus, die seit dem Sieg über die Westgoten im Jahr 711 in das »Wandalenland« einwanderten. Im Spanischen spricht man von der cultura árabe. Während das Wort moro einigermaßen harmlos für die Fiestas de Moros y Cristianos benutzt wird, ist es im allgemeinen Sprachgebrauch ein abfälliges Wort für Einwanderer aus Nordafrika.

Safran

Seit das zartrosa blühende Krokusgewächs im 10. Jh. aus Arabien eingeführt wurde, ist Safran auf den Feldern der Mancha, aber auch in der Comunidad Valenciana und in Murcia fest verwurzelt. Dass ein Gramm echten Safrans, womit die Blütennarben von Crocus sativa gemeint sind, im Handel stolze 5 Euro kostet, liegt am Ernte- und Veredlungsprozess, der in Handarbeit geleistet wird. Knapp 15 000 kg jährlich werden in Spanien über wohl temperierter Glut geröstet.

Sorolla

Der impressionistische Maler Joaquín Sorolla y Bastida aus València (1863-1923) hat mit seiner »Malerei des Lichts« wie kein anderer Lebensart und Atmosphäre der Levanteküste eingefangen. Er studierte in València, Rom und Paris und führte die Freilichtmalerei in Spanien ein. Seine Impressionen nur zu betrachten - z. B. im Museo de Bellas Artes in València - kommt fast schon einem Urlaub gleich …

Stierkampf

Nachdem im 18. Jh. der legendäre Pedro Romero im andalusischen Ronda die heutige Form des Stierkampfs entwickelt hatte, begannen sich die matadores in der Arena einen Namen zu machen. València hat nur einen wirklich »großen« torero zur Ahnengalerie der Stierkämpfer beigesteuert: Manuel Granero. Er starb am 7. Mai 1922 in der Arena von Las Ventas in Madrid an den Folgen eines furchtbaren Hornstoßes des Stiers Pocapena (»Luftikus«).

Vom toro bravo, dem tapferen Stier, erwarten die aficionados, die Kenner und Freunde des Rituals, casta und bravura: Rasse und Tapferkeit. Erlangt der Stier die Gunst des Publikums, so applaudiert es seinem Kadaver, wenn dieser nach dem Todesstoß aus der Arena geschleift wird. Zum Stierkampf gehen nennen die Spanier mit Bewunderung für das mächtige Tier ver a los toros: die Stiere sehen. Die Liebhaber des Stierkampfs sehen in diesem Ritual keine Tierquälerei, sondern eine würdige Inszenierung des Todes.

Das Ritual hat drei Akte: Zunächst reizen toreros und matadores (Stiertöter) den Stier mit der gelblila capota. Zum ersten Mal macht der jetzt 6-jährige toro mit dem Tuch Bekanntschaft. Stiere sind klug und lernen schnell, dass ihre Hörner hinter dem Tuch ins Leere gehen. An der Art, wie der Stier das Pferd des picadors angreift, erkennen die aficionados seine Klasse. Der Reiter nutzt den Angriff, um mit seiner Lanze die Nackenmuskeln des Stiers zu schwächen und ihn für die faena, den finalen Kampf mit dem Torero, gefügig zu machen. Im zweiten Drittel wird der Stier mit banderillas gereizt: Holzpflöcke mit stählernen Widerhaken, die der banderillero dem Stier im freien Lauf in den Rücken pflanzt. Im letzten Drittel, der faena, führt der matador mit der roten muleta den Stier in einer Vielzahl von Figuren dicht an seinem Körper vorbei. Zwanzig Minuten nachdem zum ersten Drittel geblasen wurde, muss der matador die estocada, den Todesstoß, auch suerte (Glück) genannt, führen. Der Torero stößt dem Stier seinen Degen zwischen die Schulterblätter. Viele jüngere Spanier beginnen ebenso wie ein Großteil der Touristen, sich von dem blutigen Spektakel abzuwenden.

Suelta de vaquillas

Zu ferias und fiestas werden in vielen Orten wilde junge Kühe oder Stiere losgelassen, an denen Einheimische und zunehmend auch Touristen ihren Mut erproben. Immer wieder kommt es dabei zu tödlichen Unfällen. An der Levanteküste veranstaltet man dieses Spektakel mit Vorliebe auch bei Dunkelheit und bindet den Tieren Fackeln an die Hörner. Bei der suelta de vaquillas am Hafen von Dénia jagen junge Stiere wagemutige Männer und Frauen über die Hafenmauer und landen dabei selber oft im Wasser. Bous a la Mar heißt das Schauspiel. Nicht nur aus Sicht der Tiere verspricht die fiesta in Caravaca de la Cruz, bei der geschmückte Pferde die Attraktion sind, mehr Spaß.

Valenciano

Überall an der Costa Blanca spricht man Spanisch. Doch die Sprache der Comunitat ist nicht Spanisch, wie die beiden t in der offiziellen Landesbezeichnung beweisen. Sie ist aber auch nicht Katalanisch: Die eingesessenen Valencianer verbitten es sich, das valènciano als Dialekt des Katalanischen einzustufen. Reisende bringen diese Sprachwirren bisweilen bei Hinweisschildern in Schwierigkeiten. Suchen sie den Hafen, so kann statt puerto das valencianische port auf dem Schild stehen. Die Aufschrift Jutjat neben dem Symbol eines klassizistischen Portals führt nicht zu einem Museum, sondern zum Gericht, spanisch juzgado. Leider ist auch die Beschilderung an Autobahnen und Landstraßen häufig uneinheitlich.

Waldbrände

Wer Flammen sieht, sollte umgehend unter der in València und Murcia schon gültigen Notrufnummer 112 die Behörden informieren. Die Feuerwehr antwortet auch unter 085, unter 091 die Policía Nacional, unter 062 die Guardia Civil. Wer leichtsinnig mit Feuer hantiert, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Wer fahrlässig oder vorsätzlich einen Waldbrand auslöst, wird mit Gefängnis bestraft.

Wasser

Wasser ist an der Levanteküste ein kostbares Gut. Leitungswasser hat oft einen hohen Chlorgehalt und ist nicht überall trinkbar. Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung kommen in der Region nur dank jährlicher Wasserlieferungen über eigens gebaute Kanäle (transvases) aus nördlichen Gefilden über die Runden. An der gesamten Küste ist im Sommer mit Wassermangel zu rechnen. In der Region fällt die jährliche Niederschlagsmenge nicht selten an einem einzigen Tag. Dann gehen bei lokalen Gewittergüssen - der gefürchteten gota fría - binnen Stunden über 200 l/m 2 nieder. Trockene Flussläufe, niedrig gelegenes Gelände, Landstraßen und Hanglagen sind dann zu meiden.



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Sport und Aktivitäten

Sattel, Segel und noch viel Meer

An der Costa Blanca kommen alle auf ihre Kosten - Ruhe suchende Sonnenanbeter ebenso wie Aktivsportler

Nicht nur das kristallklare Mittelmeer verwöhnt Freizeitfreaks über und unter Wasser, auch Wander- und Kraxelfreunde lieben die Begegnung mit der unberührten Natur, zu der sich im Hinterland wie auch an der Küste, z. B. am Penyal d'Ifac in Calp, unbegrenzte Möglichkeiten bieten. Wer stramme Waden und viel Puste hat, tut es den Radprofis gleich und geht mit Miguel Indurain, Erik Zabel oder der ganzen Elite des Teams Telekom auf die Piste. Die hügeligen Küstenstraßen der nördlichen Costa Blanca, die viel Kondition erfordern, bieten auch den Cracks optimale Trainingsbedingungen. Wenn Sie in Topform sind, bringen Sie am besten Ihren eigenen Drahtesel mit.

Sport und Aktivitäten

Angeln

Zum Angeln in den Lagunen, Flüssen, Stauseen und mit einem Boot auf dem Meer benötigt man einen Angelschein (permiso de pesca). Da es jedoch für den Kurzzeiturlauber aus zeitlichen Gründen fast unmöglich ist, diesen zu bekommen, ist es ratsam, sich organisierten Angeltouren anzuschließen. Informationen dazu erteilen die Tourismusbüros am Urlaubsort. Zum Angeln im Meer, vom Strand oder im Hafenbecken, braucht man keine Lizenz.

Ballon fahren

Wollen Sie einmal richtig abheben? Auch das ist an der Costa Blanca kein Problem. Ein 40-minütiger Aus-Flug im Heißluftballon startet Sa und So um 8 Uhr in Elx/Elche. Preis: 72 Euro. Anmeldung in Spanisch und Englisch unter Tel. 966 63 74 01

Fitness

In den Ferien an der Costa Blanca können Sie fit werden. Besonders trendy: das Euro Gym Sport Center von Roberto Lorente bei Moraira, das kürzlich von einer Sport-Fachzeitschrift als eines der besten Spaniens ausgezeichnet wurde. Neueste Geräte und ein abwechslungsreicher Trainingsplan von Aerobic bis Kampfsport sorgen für beste Erfolge. Umfächelt von der kühlen Meeresbrise und mit Blick auf die See steppt es sich besonders gut. Ctra. Moraira-Calp, km 1,5, Mo-Fr 10-22, Sa 10.30-13 Uhr, Tel. 965 74 57 48 oder 603 37 45 93

Funsport

Alles, was man sich als Freizeitspaß nur denken kann, finden Aktivurlauber bei Fun & Quad in Dénia. Hier mietet man sich die geländegängigen Turbotrecker, um auf geeigneten Strecken querfeldein zu fahren (Ausflüge von einer Stunde bis zu zwei Tagen mit Führer, auch nachts). Das Team reist mit den Fahrzeugen zum Wunschtreffpunkt. Bei Fun & Quad kann man sich auch Schnorchel und Brille leihen, um die Unterwasserwelt zu erkunden, oder in einen Kajak steigen, um die Höhle Cora Tallá zu erforschen. Die ganz Harten schwingen sich aufs Mountainbike, und stellen sich den Herausforderungen der Wildnis, insbesondere des Montgó. Ideal für Familien sind geführte Wanderungen, z. B. am Cap de Sant Antoni. Ctra. Consolá del Mar, 13 A (aptos. Acuario), Tel. 965 78 72 28 oder 639 54 23 65, www.funquads.com

Golf

Im Land València gibt es 18 Golfplätze, davon 14 an der Costa Blanca. Weitere sind im Bau oder in Planung. 13 Anlagen sind in der Asociación de Campos de Golf de la Costa Blanca zusammengeschlossen (Aptd. 135, Sierra de Altea/Alacant, Tel. 965 84 62 13, Fax 965 84 62 15). Green fee für 18-Loch-Plätze 40-50 Euro. Übersicht: www.golfcostablanca.org

Motorrad fahren

Wer versäumt hat, seinen Motorradführerschein zu machen, sich aber die Luft trotzdem um die Nase wehen lassen will, chartert ein Trike - ein Bike mit drei Rädern - z. B. bei Royal Trikes Costa Blanca S. L. der Familie Hummel in Xábia/Jávea. Das Beste daran: Sie brauchen keinen Helm und nur den Führerschein Klasse 3. Das bergige Hinterland garantiert phantastische Ausflüge. Sollten Sie einen Schein für zwei Räder haben, werden Sie auch bestens bedient. Royal Trikes, Xábia/Jávea Arenal, an der Kreuzung Tennisclub/CAM Bank der Beschilderung Campingplatz/Bar Quo Vadis bis zur Carrer Cannes, 5, folgen; Tel. 966 46 13 26, Fax 966 47 07 05, www.royal-trikes.com, tgl. 11-24 Uhr

Reiten

Pferdeliebhaber kommen überall auf ihre Kosten, z. B. in Guardamar. Das Centro Ecuestre El Refugio hilft auch blutigen Anfängern in den Sattel. Fortgeschrittene können Stunden in der Spanischen Dressur nehmen. Ausritte von 1 bis 4 Stunden (in Begleitung eines Führers) durch Orangen- und Zitronenhaine sowie Schilfwälder. Hartgesottene können am 2-Tage-Trail um die Salinen von Torrevieja und La Mata teilnehmen (Strecke 300 km, bis ins Gebirge). Centro Ecuestre El Refugio, Guardamar del Segura, Tel./Fax 966 72 56 72, www.neopro.com/el-refugio

Segeln

Immer mehr Menschen entdecken die Lust, Segel zu hissen. Den Einstieg in den Sport erleichtert die Segelschule La Escandalosa im Sporthafen von Torrevieja (ca. 1500 Liegeplätze), wo Nachwuchssegler von Kindesbeinen an ausgebildet werden (Kurse bei Beatríz und Avaro Mo-Fr 10.30-13 Uhr, Tel. 608 66 50 54). Im benachbarten Yachtclub Real Club Náutico können Sie Mitglieder der spanischen Königsfamilie treffen, die ihrem Lieblingssport nachgehen.

Surfen

Ein guter Spot zum Surfen ist Els Poblets bei Dénia, wo auch die spanischen Windsurfmeisterschaften ausgetragen werden. Die ideale Zeit zum Windsurfen ist im Sommer zwischen 12 und 19 Uhr (Windstärke 3 und mehr). Da macht auch Kite-Surfen (mit Drachen) am meisten Spaß.

Tauchen

Lohnende Tauchreviere finden Sie an der ganzen Costa Blanca. Egal, ob Sie Anfänger oder Crack sind: Das Centro de Buceo del Sureste in Puerto de Mazarrón lässt Ihre Unterwasserträume wahr werden. Sie können Ihr Equipment unterbringen, neues kaufen oder leihen, auch nachts tauchen sowie Höhlen erkunden. C/Concha Candau, 16, Puerto de Mazarrón, Tel. 968 15 40 78, www.buceosureste.com

Das Meeresreservat am Cap de Sant Antoni ist geschützt und ungewöhnlich reichhaltig an Flora und Fauna. Die beste Zeit zum Tauchen ist Frühling bis Oktober. Tauchen Sie hier ab mit dem Tauchzentrum Aguazul. Im Geschäft gibt es bestes Zubehör zu günstigen Preisen. Großes Tauchschiff. Ctra. Dénia-Xábia/Jávea, 20, Komplex Mare Nostrum, Tel./Fax 966 42 22 28, www.buceobnl.com